“Bevor über die Finanzierung einer Pflegereform diskutiert werden kann, müssen erst einmal die inhaltlichen Eckpunkte vorliegen”, fordert Eugen Brysch (Deutsche Hospiz Stiftung). “Wer den zweiten Schritt vor dem ersten macht, wird stolpern: Denn wir brauchen nicht mehr Geld für schlechte Pflege, sondern ein tragfähiges Konzept für die Zukunft. Dazu hat Bundesgesundheitsminister Bahr bisher nichts vorgelegt”, so Brysch weiter. “Der Streit um die Finanzierung … ist für die Betroffenen unerträglich. Entscheidend ist zunächst die Frage, was mit der Pflegereform erreicht werden soll, nicht wie die Finanzierung aussieht. Wir brauchen nicht mehr Geld im System, sondern wir müssen verhindern, dass mit schlechter Pflege gutes Geld verdient wird”, sagt Brysch. “In allen Krisen greift die Politik parteiübergreifend ein und rettet: die Banken, Griechenland oder den Euro. Bei der Krise der Pflege gibt es statt Konsens nur Streit ohne ein gemeinsames Ergebnis. Raus aus den Schlagzeilen, rein in die inhaltliche Debatte.”
Raus aus den Schlagzeilen, rein in die inhaltliche Debatte – Erst Ziele der Pflegereform festlegen, dann über Finanzierung reden, Pressemitteilung der Deutschen Hospizstiftung vom 27.7.2011