Eine “Sauerei” sei es, dass die schwarz-gelbe Koalition auch im Oktober 2011 keine klaren Aussagen zur Pflegereform mache. Die Prioritäten der Regierung stimmten nicht mehr, sagte der Landeschef des VdK, Roland Sing beim Gesundheitsforum des Sozialverbands in Stuttgart. Die Koalition bleibe weit hinter den von ihr selbst geweckten Erwartungen zurück.
Sing beschrieb zentrale Forderungen des VdK für die Pflegepolitik. Es sei höchste Zeit, den Pflegebedürftigkeitsbegriff zu überarbeiten, um auch Demenzkranken besser gerecht zu werden. Sing forderte den zügigen und flächendeckenden Ausbau der Pflegestützpunkte in Baden-Württemberg. “Von unserem Ziel, pro 20.000 Einwohner einen Pflegestützpunkt zu etablieren, sind wir noch weit entfernt.” Zur Zeit gebe es in Baden-Württemberg nur 50 solcher Beratungsstellen. Allerdings gebe es im Land positive Ansätze zur Verbesserung der Situation pflegebedürftiger Menschen. Landesprogramme zur Förderung der ärztlichen Versorgung in Altenheimen und zur Entwicklung angepasster technischer Assistenzsysteme wurden von Sing gelobt.
Auch die Sozialministerin des Landes Baden-Württemberg, Katrin Altpeter, erteilte der Individualisierung des Pflegerisikos in Stuttgart eine klare Absage. Sie forderte, dass alle die Lasten der Pflegeversicherung tragen müssten.
Sozialverband erhöht den Druck bei der Pflege, Artikel in der Ärzte Zeitung vom 26.10.2011