Die Pflegenoten sind seit ihrer Einführung höchst umstritten. Alle Beteiligten wollen das System verbessern, um Pflegebedürftigen bei der Entscheidung über Pflegedienst oder Altenheim wirkliche Hilfe anzubieten. Hier aber endet die Einigkeit. Die Interessenvertretungen in den Entscheidungsgremien sind zerstritten und kaum handlungsfähig.
In Westfalen wird voran gegangen. Auf der Basis einer Initiative von Caritas und Diakonie wurde ein alternatives System der Qualitätsprüfung entwickelt. Die Tücke steckt im Detail, so dass nach vielen Monaten der Entwicklung jetzt der Startschuss gegeben werden kann, um dann im Jahr 2012 erste “Pflegenoten 2.0″ zu veröffentlichen. Das Katharinen-Haus der Cartias Münster in Winnekendonk beteiligt sich am “Ergebnisorientierten Qualitätsmodell Münster” (EQ-MS). Für die MitarbeiterInnen bedeutet das Mehraufwand, da die Prüfungen für die normalen Pflegenoten weiter laufen.
Dem stelle man sich gern, erklärt Delk Bagusat, Vorstand des Caritasverbandes Geldern-Kevelaer. Die Ergebnisse aus dem EQ-MS werden dann nicht als Noten veröffentlicht, sondern sie werden mit anderen verglichen, so dass unter- oder überdurchschnittliche Leistungen deutlich werden. Die Prüfungen vor Ort sind für März und September 2012 geplant.
Das NRW-Gesundheitsministerium sieht diese Arbeit mit wohlwollen.
Quelle: Katharinen-Haus lässt Pflegequalität prüfen, Artikel in der Rheinischen Post vom 15.11.2011
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