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Posts Tagged ‘Altenheim’

„Bei der Auswahl einer Pflegeeinrichtung lassen sich die Menschen eher vom eigenen Eindruck vor Ort als von Transparenzberichten [Pflegenoten] leiten; und auch die Fähigkeiten des Pflegepersonals sind ihnen wichtiger als die Qualitätsindikatoren, die der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) für seine Beurteilungen (‚Pflege-TÜV‘) zu Grunde legt. Das sind wesentliche Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage von Prof. Dr. Max Geraedts … unter rund 1.800 Menschen in Deutschland“ durchgeführt hat.
„Viel wichtiger als die pflegefachlichen Kriterien“ in den Berichten des MDK, die mit den Pflegenoten veröffentlicht werden, „sind den Menschen in unserer Umfrage die Pflegekräfte. Ob es genügend sind, ob sie freundlich und zugewendet sind, welche Ausbildung sie haben, ob sie respektvoll mit den Bewohnern umgehen, wie viel Zeit sie haben – das alles spielt eine viel größere Rolle bei der Auswahl einer Pflegeeinrichtung“, ergänzt Geraedts. „Auch Kriterien wie der erste Eindruck einer Einrichtung, die ärztliche Versorgung und die Qualität von Speisen und Getränken landen unter den Top-Ten der Auswahlkriterien. Weniger wichtig war den Menschen die Lage der Einrichtung und die Ausstattung der Zimmer, aber auch spezielle pflegerelevante Ergebnisse bekommen noch nicht die Bedeutung, die Experten diesen Auswahlkriterien zuweisen.“

Menschen wählen Pflegeeinrichtung nach der Qualität des Personals und nicht nach den Kriterien des MDK, Pressemitteilung der Uni Witten/Herdecke vom

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„In Niedersachsen haben sich verschiedene Partnerinnen und Partner unter Moderation des Sozialministeriums auf einen umfassenden Pflegepakt für Niedersachsen geeinigt. Sozialministerin Aygül Özkan: … „Wir sichern die Qualität der Pflege. Das nützt den Pflegebedürftigen, den in der Pflege engagierten Menschen sowie den Angehörigen gleichermaßen. Heute ist ein guter Tag für die pflegebedürftigen Menschen in Niedersachsen.“ Einer der Punkte, die vom Ministerium hervorgehoben werden ist, dass die Beteiligten klarstetten, „dass Tarifgehälter bei Pflegesatzverhandlungen zu berücksichtigen sind.“ Auf verschiedenen Ebenen soll Bürokratie abgebaut werden. Die Auszubildenden in der Altenpflege dürfen sich freuen: das Land wird künftig höhere Zuschüsse zu den Schulgeldern zahlen.

Einigung auf Pflegepakt für Niedersachsen, Pressemeldung des Sozialministeriums vom 7.11.2011

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„Die Welt“ hinterfragt die Meldungen zum Mangel an Pflegepersonal. Die Berechnungen des Bundesamts für Statistik gehen davon aus, dass alle Pflegebedürftigen von examinierten Altenpflegekräften zu versorgen wären – und kommt so auf 34.000 offene Stellen. Andere Organisationen veröffentlichen dramatischere Zahlen, die häufig bis 2030 oder 2050 hochgerechnet werden. In den meisten Bundesländern wird gefordert, die Hälfte der Pflegekräfte müsse examiniert sein. Auch deshalb werde von „unabhängigen Branchenexperten“ bezweifelt, dass es heute überhaupt einen Fachkräftemangel gebe. Die Welt nimmt die Zahlen des Statistischen Bundesamts für un- und angelernte Altenpflegekräfte hinzu und errechnet daraus ein Überangebot von derzeit 70.000 Pflegekräften.
Sensationelle Mangelmeldungen der Heimbetreiber könnten, so „Die Welt“, auch dem Zweck dienen, personell schlecht ausgestattete Altenheime von privaten Anbietern vor Kritik zu schützen.

Fachkräftemangel in der Altenpflege ist übertrieben, Artikel in „Die Welt“ vom 7.10.2011

Hochgerechnet zu wenig Pflegende in Baden-Württemberg, unser Beitrag vom 23.9.2011
Hochgerechnet zu wenig Pflegende in NRW, unser Beitrag vom 25.9.2011

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Seit Jahren sind Meldungen zu lesen, dass die medizinische Versorgung von Menschen im Altenheim mancherorts nicht sicher gestellt sei. Auch deshalb wurden den Altenheimen mit der Pflegereform 2008 Möglichkeiten eröffnet, direkt Verträge mit ÄrztInnen abzuschließen. Die AOK-Nordost versucht auch auf anderen Wegen das Problem anzugehen. Unter der Überschrift careplus können zurzeit rund 1.600 Pflegeheimbewohner in 50 Heimen mit Unterstützung der AOK wöchentlich vom Arzt besucht werden. Auch die Rufbereitschaft außerhalb der üblichen Sprechstundenzeiten ist für die teilnehmenden Pflegeeinrichtungen verbessert. Nach eine Erprobung in Berlin können gesagt werden: die Arbeit habe sich bewährt. Klinikeinweisungen aus diesen Altenheimen seien um 22 Prozent zurückgegangen, sagte der AOK-Geschäftsführer Hans-Joachim Fritzen in Schwerin. Hochrechnungen der AOK zeigten Einsparungen von etwa 2,3 Millionen Euro. Deshalb solle das Projekt deutlich ausgeweitet werden.

Die Ärzte erhalten eine Aufwandsentschädigung von 30 Euro pro Quartal.

„AOK-Projekt Pflegeheim Plus: Mehr Heimbewohner als bisher sollen profitieren“, Artikel auf www.altenheim.vincentz.net vom 7.10.2011 (kostenloses LogIn erforderlich)

careplus – Mit Weitsicht planen, Projektseite der AOK

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„Gute Pflege braucht gutes Personal … Nach einer aktuellen Erhebung des Paritätischen Wohlfahrtsverband NRW können 50 Prozent der Pflegeheime und ambulanten Dienste … offene Stellen nicht besetzen. Der Markt für Fachkräfte ist fast leergefegt. Dauerhafte Engpässe in der Versorgung Pflegebedürftiger drohen. Nicht nur die Politik, sondern auch die Einrichtungen selbst sind dringend gefordert, aktiv zu werden … ‚Ein großes Problem ist das schlechte Image des Pflegeberufs‘, sagt Cord Wellhausen, Landesvorsitzender des Paritätischen NRW. ‚Pflege ist viel mehr als satt und sauber. Die Arbeit mit Pflegebedürftigen ist anspruchsvoll und vielseitig.‘ Entsprechende Fachkräfte seien nicht zum Nulltarif zu haben und verdienten viel mehr gesellschaftliche Anerkennung, so Wellhausen weiter … So resultiert der hohe Zeitdruck der Beschäftigten unter anderem daraus, dass so wichtige zeitintensive Leistungen wie die persönliche Ansprache der Pflegebedürftigen nicht finanziert werden. Hier ist die Politik dringend gefordert, für bessere Rahmenbedingungen zu sorgen. Doch auch die Pflegedienstleister müssen die eigenen Gestaltungsspielräume konstruktiv nutzen – etwa im Bereich des Personalmanagements: … ‚Es klingt profan, ist aber ganz wesentlich für die Mitarbeiterzufriedenheit, dass Arbeitszeiten und familiäre Verpflichtungen miteinander vereinbar sind. Natürlich ist der Schichtdienst für eine alleinerziehende Mutter eines Grundschulkindes keine gute Option‘, nennt Norbert Zimmering, Leiter des Hermann-Keiner-Hauses in Dortmund ein Beispiel aus der Praxis vor Ort.“

Jedem zweiten Pflegeanbieter fehlt Personal, Pressemitteilung des Paritätischen NRW vom 5.10.2011

Mehr zum Thema Image Altenpflege auf www.pflegepolitik.wordpress.com lesen

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Mit dem SZ-Pflegeführer möchte die Sächsische Zeitung die Möglichkeit bieten, Qualität, Angebote und Preise lokaler Pflegeheime miteinander zu vergleichen. In Zusammenarbeit mit Prof. Joachim Kugler vom Lehrstuhl Gesundheitswissenschaften der TU Dresden, wurden aus den 82 Kriterien der MDK bei der Prüfung von Altenheimen zehn ausgewählt, die bei verschiedenen Befragungen von Menschen über 50 als die wichtigsten bezeichnet wurden.

Leider sind die entsprechenden Informationen der Zeitung online nicht frei verfügbar, sondern kostenpflichtig. Wir haben auf eine Prüfung verzichtet. Die Verknüpfung von MDK Noten, lokalen Informationen, jounalistischer und verlegerischer Kompetenz könnte aber für Pflegebedürftige in Sachsen ein sehr nützliches Angebot erbringen.
Georg Paaßen

In guten Händen? Alt werden gehört zum Leben. Der erste große Pflegeführer sagt Ihnen, wie es um die Betreuung in Ihrer Nähe steht, Artikel in der Sächsischen Zeitung vom 1.10.2011

Hintergrundinformationen zu den Pflegenoten auf www.pflegenoten.info.

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Das Landessozialgericht in Halle hat, wie viele Gerichte vor vorher, entschieden (L 4 P 44/10 B ER). Pflegeanbieter müssen es dulden, wenn negative Bewertungen ihre Leistungen veröffentlicht werden, wenn sie im Rahmen des Verfahrens zur Findung der Pflegenoten zustande gekommen sind. Gerade kritische Bewertungen seien für  Pflegebedürftige und Angehörige von Interesse, urteilte das Gericht.

ABER: Der klagende ambulante Dienst hatte die Note 5 für die pflegerischen Leistungen erhalten. Für die Detail-Prüfung waren fünf Pflegebedürftige einbezogen worden. Hier sieht das Gericht handwerkliche Mängel. Ist die Anzahl der geprüften zu klein, seien die Ergebnisse zweifelhaft und könnten wegen dieses handwerklichen Mangels nicht veröffentlicht werden.

Kommentar:

Die Selbstverwaltung im Gesundheitswesen, hier Kosten- und Heimträger haben bei der Entwicklung des Prüfverfahrens Patientenorganisationen und Vertretungen der Pflegekräfte nur am Rande beteiligt. Sie haben viele Monate gebraucht, um dann mit viel Verspätung ein Verfahren zu beschließen, dass vom ersten Tag an kritisiert wurde. Jetzt müssen sich die Entscheidungsträger von einem Juristen die Grundbegriffe der statistischen Forschung erklären lassen.
Wie steht es um die Qualitätskontrolle der Arbeit der Selbstverwaltung?
Georg Paaßen

Urteil: Pflegenoten dürfen veröffentlicht werden, Pressenotiz auf den Internetseiten des NRW Justizministeriums vom 23.8.2011

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