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Posts Tagged ‘Behandlungsfehler’

Die Grünen wollen die Patientinnen und Patienten „von Betroffenen zu Beteiligten machen“. Sie wollen dazu Autonomie und Selbstbestimmung von PatientInnen stärker unterstützen. In einem Antrag der Grünen Bundestagsfraktion für ein Patientenrechtegesetz, werden grundlegende Rechte von Patientinnen und Patienten sowie die Rechte und Pflichten von ÄrztInnen und anderen HeilbehandlerInnen in einem eigenständigen Abschnitt des Bürgerlichen Gesetzbuches zusammengeführt.
„Menschen, die durch einen medizinischen Behandlungsfehler gesundheitlich geschädigt wurden, müssen die Chance einer gerechten Entschädigung erhalten. Wir unterstützen deshalb u.a. die zusätzliche Einführung von Beweiserleichterungen bei einfachen Behandlungsfehlern und wollen ergänzend die Beweislastumkehr bei groben Behandlungsfehlern beibehalten.“
Rechte von Patientinnen und Patienten durchsetzen, Pressemitteilung von Maria Klein-Schmeink (Grüne, MdB) vom 4.7.2011
Den Antrag von den Internetseiten des Bundestags laden acrobat-icon.

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„Vor dem Hintergrund zunehmender Gewalt gegen ältere Menschen durch eigene Angehörige hat der Bundesvorsitzende der Senioren-Union, Prof. Otto Wulff, eine bundeseinheitliche Notruf-Nummer für Pflegebedürftige gefordert.“ Wulff verwies auf Schätzungen „wonach rund 350.000 ältere Menschen in Pflegesituationen mindestens einmal im Jahr Opfer körperlicher Gewalt werden. Bereits jeder zweite Angehörige räume ein, mit der häuslichen Pflege häufig überfordert zu sein und Gewalt gegen den anvertrauten Menschen ausgeübt zu haben.“ Der SU-Chef kritisiert, dass es noch kein einheitliches Krisen-Notruftelefon in Deutschland gibt, an das sich Opfer häuslicher Gewalt oder überforderte Angehörige wenden können. „Gewalt gegen Senioren ist nach wie vor ein Tabu. Dabei ist unbestritten, dass ältere pflegebedürftige Menschen inzwischen zu einem besonders gefährdeten Personenkreis gehören. Aufgrund nachlassender Kräfte befinden sie sich in einer starken Abhängigkeit, meist von den eigenen Kindern. Diese sind infolge oft beruflicher und familiärer Doppelbelastung mit der häuslichen Pflege von Eltern oder Großeltern psychisch wie physisch überfordert.“, erklärte der SU-Chef. „Eine solche Notruf-Nummer könnte z.B. die leicht merkbaren Ziffern ‚999‘ haben.“

Chef der Senioren-Union fordert bundeseinheitliche Pflege-Notrufnummer ‚999‘, Pressemeldung der Senioren-Union vom 14.06.2011

Pflege Not Telefon, Artikel auf http://www.pflegestufe.info über die Arbeit verschiedener Notruf Stellen für Pflegebedürftige und Angehörige vom 18.4.2011


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Zum Welttag gegen Misshandlung alter Menschen am 15. Juni erklärt Elisabeth Scharfenberg, Sprecherin für Pflege- und Altenpolitik (Grüne): „Dieser Welttag erinnert uns daran, dass es in der Pflege alter Menschen noch immer zu Ausnahmesituationen kommt, die auch Gewalt hervorrufen. Wir müssen handeln und die Pflegebedürftigen und die Pflegenden konsequent in den Mittelpunkt stellen – ohne gleich mit erhobenen Finger auf sie zu zeigen. Die Sicherung der Menschenrechte und strukturelle Pflegeprobleme müssen stärker in den Blick genommen werden. Wir müssen die Ursachen klären, die zu Gewalt, Vernachlässigung und Pflegemängeln führen. Oft mangelt es an Entlastungsangeboten – gerade in der häuslichen Pflege für pflegende Angehörige, aber auch an Zeit und Anerkennung für die professionell Pflegenden. Eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte ist ein wesentlicher Schritt zu einer menschenwürdigeren Pflege … Pflegende Angehörige brauchen flexiblere Leistungsformen und Anlauf- und Beratungsstellen, die sich ihrer Not annehmen. Es bedarf der Reform der Pflegeversicherung, damit an Demenz erkrankte Menschen endlich über einen klar geregelten Leistungsanspruch verfügen und ihre Versorgung gesichert ist. Es braucht die bürokratische Entschlackung der professionellen Pflege, damit wieder Zeit für das Hauptgeschäft ist: die Pflege. Die „Charta der Rechte für hilfe- und pflegebedürftige Menschen“ des Runden Tisches Pflege ist der richtige Weg. Sie muss der Leitfaden beim Umgang mit Pflegebedürftigen sein.“

Gegen Misshandlung alter Menschen: Unterstützung und Entlastung der Pflegenden, Pressemitteilung von E. Scharfenberg (14.6.2011)

Initiative Handeln statt Misshandeln


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Der Merkur berichtet heute über die Seniorenresidenz Schliersee:
Bewohner werden ohne Erlaubnis in Betten oder Zimmern eingesperrt.
Mit Druckgeschwüren wird unprofessionell umgeangen. Lagerungen werden zwar dokumentiert, aber nicht durchgeführt, MDK Prüfungen machen erst auf bestehenden Dekubitus aufmerksam, ein Patient wurde auf den Dekubitus gelegt.
Es wird nicht ordentlich gewaschen.
Die Essensportionen zu klein.
Die Einrichtung wird nicht ordentlich sauber gehalten. Es riecht deutlich nach Urin.
Das Personal und die Leitung wechseln häufig, Dienstpläne werden tageweise erstellt.
Der Bau sei unübersichtlich, so dass die Pflegekräfte Schwierigkeiten hätten die BewohnerInnen zu versorgen.

Die bayerische Einrichtung eines privaten Trägers aus Berlin ist seit August 2009 mehr als 14 mal durch Heinaufsicht und MDK überprüft worden. Zeitweise wurde ein Aufnahmestopp verfügt. Vo der AOK lässt sich vernehmen, dass der Träger bisher wenig Interesse gezeigt habe, die beanstandeten Mängel zu beseitigen. Von Pflegekassen und Heimaufsicht verlautet gleichermaßen: die bürokratischen Hürden für eine Schließung der Einrichtung oder eine Verweigerung der Zahlungen seien zu hoch. Mit einem baldigen Ende der Zustände sei nicht zu rechnen.

Carina Lechner von der Merkur Redaktion zitiert den Sprecher der zuständigen Heimaufsicht: „Das Pflege- und Wohnqualitätsgesetz ist ein zahnloser Tiger.“

Eklatante Mängel in Seniorenresidenz, Artikel auf http://www.merkur-online.de vom 13.5.2011


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„Die politische Interessenvertretung behinderter Frauen im Weibernetz e.V. begrüßt den vorgelegten Entwurf eines Hilfetelefongesetzes in hohem Maße. Weibernetz e.V. betrachtet den vorliegenden Entwurf aus dem Blickwinkel von Frauen mit
Behinderung.
Erfreulicherweise sind Frauen mit Behinderung in der Gesetzesbegründung … als besondere Zielgruppe für das Hilfetelefon erwähnt. Auch werden die speziellen Gewaltkontexte von Frauen mit Beeinträchtigung oder Behinderung … benannt. Im Gesetzentwurf selber wird die Barrierefreiheit bei den betrieblichen Anforderungen in § 3 genannt.

Ein Hinweis ist Weibernetz e.V. im Gesamtkontext des Hilfetelefons ein wichtiges Anliegen: Das Hilfetelefon soll dem Erstkontakt dienen und Frauen an geeignete Beratungsstellen oder Hilfeeinrichtungen vor Ort weiter vermitteln. Dringende Voraussetzung für dieses Vorgehen ist der (Weiter-)Bestand von Frauenberatungsstellen, Frauennotrufen, Frauenhäusern etc. sowie insbesondere der Ausbau barrierefreier Hilfeeinrichtungen vor Ort. Ansonsten wird das gute Angebot des Hilfetelefons für Frauen mit unterschiedlichsten Beeinträchtigungen nicht über den telefonischen Erstkontakt hinaus gehen können infolge fehlender Möglichkeiten der Weitervermittlung.“

Stellungnahme der Politischen Interessenvertretung behinderter Frauen im Weibernetz e.V. zum Referentenentwurf Gesetz zur Einrichtung und zum Betrieb eines bundesweiten Hilfetelefons „Gewalt gegen Frauen“ acrobat-icon, vom 14.4.2011


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„Expertenstandards sind [in der Pflege] verbindliche Instrumente, die entscheidend zur Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität in der Pflege beitragen. Sie berücksichtigen sowohl pflegewissenschaftliche Erkenntnisse als auch pflegepraktische Erfahrungen gleichermaßen und beschreiben detailliert, was von stationären Einrichtungen und ambulanten Diensten zu tun ist, um bestimmten Gefahren (z. B. Dekubitusentstehung, Mangelernährung) vorzubeugen.“ Mit der Pflegereform 2008 wurden die Expertenstandards „für alle Pflegeheime und Pflegedienste in Deutschland unmittelbar verbindlich“, schreibt der GKV Spitzenverband.

Im Februar trafen sich in Berlin PflegeexpertInnen, um über die weitere Umsetzung der Expertenstandards im Pflegealltag zu beraten. „In acht Arbeitsgruppen wurde am Nachmittag der Frage nachgegangen, welche Erfahrungen zur nachhaltigen Implementierung von Expertenstandards in Krankenhäusern, stationären Pflegeeinrichtungen und in der ambulanten Pflege vorliegen … [Es wurde] deutlich, wie sehr die Umsetzung der Expertenstandards durch den vielerorts vorherrschenden Pflegenotstand erschwert wird. Neben der quantitativ wie qualitativ unzureichenden Personalausstattung und der daraus resultierenden hohen Personalfluktuation besteht ein weiteres großes Problem darin, dass die Schlüsselpositionen in der Pflege aus Kostengründen häufig nicht mit den Bestqualifiziertesten besetzt sind und die vorhanden Ressourcen nicht optimal genutzt werden können.“

13. Workshop des Deutschen Netzwerks für Qualitätsentwicklung in der Pflege, Nachricht des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin vom 18.3.2011

Expertenstandards nach §113a SGB XI, Informationen des GKV Spitzenverbands vom 13.10.2009

Wie gelingt es in Norwegen Menschen zu helfen, die mit Demenz ins Krankenhaus kommen? Was bedeutet das für die Personalausstattung in Deutschland? Einladung zu einer Studienreise (2017).


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Der Sozialverband Deutschland (SoVD) hat unter der Überschrift „Damit der Patient im Mittelpunkt steht“ ein Forderungspapier zu den Rechten von PatientInnen veröffentlicht. „Patienten in Deutschland sind tagtäglich zahlreichen Problemen ausgeliefert, oft hilflos. Fehlende gesetzliche Regelungen, lange gerichtliche Verfahren und hohe Hürden bei Arzthaftungsprozessen lassen die Betroffenen immer wieder zum Spielball von Akteuren und Institutionen im Gesundheitswesen werden. Eklatante Widersprüche zu der im Grundgesetz verankerten Menschenwürde und dem Recht auf körperliche Unversehrtheit treten regelmäßig offen zu Tage … Der SoVD fordert insbesondere barrierefreie Zugänge zum Gesundheitswesen, eine bessere Aufklärung und Information der Patienten, Verfahrenserleichterungen bei Behandlungsfehlerprozessen und ein Fehlermeldesystem für Behandlungsfehler.“ (aus der Pressemitteilung vom 15.3.2011). Es geht dem SoVD nicht nur um die Haftung von ÄrztInnen. Auch für andere medizinische Berufe werden klarere Regeln zu Aufklärungspflichten und Verantwortung gefordert.

SoVD Forderungspapier als Adobe Icon Datei laden

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