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Posts Tagged ‘Fachkraftquote’

Heike Haarhoff schreibt in der taz zur Finanzierung des Reformversuchs, den Daniel Bahr unternommen hat.
Da vom Minister kaum Konkretes zu den Finanzen zu lesen ist, schätzt die Journalistin wie weit die Einnahmen aus der angekündigten Beitragserhöhung reichen … und was eigentlich gebraucht würde.

Nach Informationen der taz reicht das Geld aus den 0,1 Prozent mehr Beitrag nur, um die bereits gültigen Leistungen der Pflegeversicherung zu bezahlen – und das „nach ministeriumsinternen Berechnungen nur bis maximal 2014“. Für die vom Minister versprochenen Verbesserungen für Demenzkranke bliebe nichts übrig.
Daniel Bahr kündigte an, den neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff vor der Bundestagswahl in Gesetze zu fassen. Das würde etwa 3 Milliarden Euro kosten.
Es solle durch diese Neuregelungen niemand schlechter gestellt werden. Der Bestandsschutz werde eine weitere Milliarde Euro benötigen.
Würden die Zahlungen der Pflegeversicherung an die Inflations- und Lohnentwicklung angepasst, also dynamisiert, wäre eine weitere Milliarde Euro einzuplanen.

Kosten für die bessere Absicherung der pflegenden Angehörigen in der Rentenversicherung, für Pflegeberatung in der Wohnung der Pflegebedürftigen, für eine qualifizierte Betreuung von Demenzkranken in stationären Einrichtungen oder der Tagespflege, für Ausweitungen der Hilfen bei Erkrankung der Pflegeperson, zur Finanzierung einer Lohnersatzleistung in der Pflegezeit, für die Verbesserung von Ausbildung und Arbeitsbedingungen der Altenpflegeprofis, zur Re-Finanzierung von nötigen Lohnerhöhungen … das alles ist noch nicht berücksichtigt.

Die Zeche zahlen die Nachfolger, Artikel in der taz vom 16.11.2011
Eine Milliarde reicht der Pflege nicht, Artikel in der Ärzte Zeitung vom 29.11.2011

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Aus dem aktuellen Bericht der hessischen Heimaufsicht geht hervor, das jedes vierte Pflegeheim, die vorgeschriebene Mindestzahl an qualifizierten Pflegefachpersonen unterschreitet. „Diese Zahlen sind mehr als besorgniserregend, so Frank Stricker, stellv. DBfK Geschäftsführer und Vorsitzender des Landespflegerates Hessen. Offensichtlich reichen organisatorische Beratungen der Heimaufsicht sowie die Möglichkeiten bei Unterschreitung der Fachkraftquote, die Einrichtungen mit Verwarnungen und Bußgelder, zu belegen nicht mehr aus. Die Unterschreitung … wird offensichtlich als Kavaliersdelikt abgetan … Mit einer Unterschreitung der gesetzlichen Fachkraftquote nehmen Pflegeeinrichtungen bewusst und willentlich Versorgungsdefizite bis hin zu Gefährdungen der Heimbewohner in Kauf. Wer als Einrichtung den Personalschlüssel nicht halten kann, muss nötigenfalls die Bewohnerzahlen senken.“ Nebenwirkung des Fachkräftemangels ist, das die ohnehin starke Arbeitsbelastung der Mitarbeiter weiter steigt – bis hin zu Überforderungen. „Der Zusammenhang von Personalmangel und Risiken der Patientenversorgung ist wissenschaftlich schon lange belegt … 50% der Beschäftigten in den stationären Pflegeeinrichtungen sind lediglich gering qualifiziert oder angelernt. Wer mit solchen Schlüsseln stetige Qualitätsverbesserungen in der Pflege und Betreuung verlangt missachtet einfache mathematische Gleichungsregeln.
Eine Verschärfung der Situation ist sicherlich auch durch die Einrichtungen selbst verursacht, die jahrelang versäumt haben, die Arbeits- und Rahmenbedingungen insbesondere für Pflegefachpersonen zu verbessern.“

Jedes vierte hessische Pflegeheim unterschreitet die notwendige Anzahl an qualifizierten Pflegefachpersonen, Pressemitteilung des DBfK vom 10.10.2011

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„Die Welt“ hinterfragt die Meldungen zum Mangel an Pflegepersonal. Die Berechnungen des Bundesamts für Statistik gehen davon aus, dass alle Pflegebedürftigen von examinierten Altenpflegekräften zu versorgen wären – und kommt so auf 34.000 offene Stellen. Andere Organisationen veröffentlichen dramatischere Zahlen, die häufig bis 2030 oder 2050 hochgerechnet werden. In den meisten Bundesländern wird gefordert, die Hälfte der Pflegekräfte müsse examiniert sein. Auch deshalb werde von „unabhängigen Branchenexperten“ bezweifelt, dass es heute überhaupt einen Fachkräftemangel gebe. Die Welt nimmt die Zahlen des Statistischen Bundesamts für un- und angelernte Altenpflegekräfte hinzu und errechnet daraus ein Überangebot von derzeit 70.000 Pflegekräften.
Sensationelle Mangelmeldungen der Heimbetreiber könnten, so „Die Welt“, auch dem Zweck dienen, personell schlecht ausgestattete Altenheime von privaten Anbietern vor Kritik zu schützen.

Fachkräftemangel in der Altenpflege ist übertrieben, Artikel in „Die Welt“ vom 7.10.2011

Hochgerechnet zu wenig Pflegende in Baden-Württemberg, unser Beitrag vom 23.9.2011
Hochgerechnet zu wenig Pflegende in NRW, unser Beitrag vom 25.9.2011

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Der kommunale Pflegekonzern Vivantes (Berlin) meldet, dass junge Leute mit Hauptschulabschluss willkommen sind: Sie können bei Vivantes eine Ausbildung „Sozialassistenz“ absolvieren. Die etablierten Berufsbilder Kranken- und Altenpflegehilfe werden um diesen neuen Beruf ergänzt. Eine weitere Einstiegsmöglichkeit für Menschen, die gern in der Pflege arbeiten möchten, aber mit der Theorie auf Kriegsfuss stehen.

Mehr zum Berufsbild Sozialassistenz in der Wikipedia

„Vivantes schafft neuen Pflege-Ausbildungsgang für Hauptschüler“, Meldung vom www.bibliomed.de vom 8.9.2011

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Aufruf zur

Demonstration gegen Unterfinanzierung der ambulanten Pflege in Berlin

06. September 2011, 13:30 Uhr, Wilhelmstr. 1, 10969 Berlin-Kreuzberg, AOK-Gebäude.

„Die Verträge der meisten Berliner Pflegeverbände sind schon im Dezember 2010 ausgelaufen. Seitdem kompensieren die Pflegedienste und Sozialstationen die gestiegenen Kosten. Leidtragende sind ihre Klienten und ihre Mitarbeiter.

  • Die Kasse nimmt in Kauf, dass sich die Rahmenbedingungen der Pflege verschlechtern – aus Minutenpflege wird Sekundenpflege.
  • Die Kasse nimmt in Kauf, dass den Diensten eine Einnahmelücke entsteht. Der Tariflohn ist nicht gegenfinanziert.

Die Pflegenden wehren sich gegen Rahmenbedingungen, die ihnen aufzwingen, schlecht zu pflegen.

Bei den Berliner Verhandlungen zu den Vergütungsvereinbarungen hielt das letzte Angebot der AOK Nordost noch nicht einmal das Niveau von 2007, sondern senkt es in zentralen Bereichen weiter ab. Die Leistungserbringer riefen die Schiedsstelle an. Da die AOK jedoch die neutrale Schiedsperson ablehnt, stagniert das Schiedsverfahren. Bis die politische Aufsichtsbehörde, die Senatsverwaltung für Gesundheit, und das Bundesversicherungsamt einen Schiedsspruch erreicht haben, kann noch viel Zeit vergehen.
Verhandlungspartner sind einerseits die AOK Nordost und andererseits die Arbeitsgemeinschaft ambulante Pflege (AAP). In ihr sind, fast vollständig, die Pflegedienste und Sozialstationen der Wohlfahrtsverbände und der privaten Träger zusammengeschlossen.
In Interesse unserer Klienten werden die Pflegenden die Öffentlichkeit vor dem AOK-Gebäude informieren, dass die Kasse die ambulante Pflege in die Unterfinanzierung treibt und die Politik bisher noch nichts dagegen getan hat.“
Der Druck der AOK auf die Berliner Pflegedienste führt zur Verschlechterung der Versorgung, Aufruf des DBfK vom 30.08.2011

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Der Arbeitgeberverband Pflege (AGVP) hat beim arbeitgeberfreundlichen Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) eine Studie zur Bedeutung der privaten Anbieter in der Pflege vorgelegt. Die Privaten lägen 5 bis 10 Prozent unter den Preisen der öffentlichen Dienste, sie zahlten mehr Steuern und beanspruchten weniger Unterstützung aus öffentlichen Fördertöpfen. Bei der Vorstellung dieser Studie hat der AGPV auch angekündigt, Pflegekräfte aus dem Ausland verstärkt anwerben zu wollen. Es wurden Indien China, Spanien und Griechenland genannt.
Außerdem schlägt der Arbeitgeberverband von in Zukunft auf die Pflegesatzverhandlungen zu verzichten, die von Kostenträgern auch genutzt werden um Details zur Pflegequalität festzuschreiben. Außerdem solle die Fachkraftquote gesenkt werden, um Kosten zu sparen.

RWI und Arbeitgeberverband Pflege präsentieren erstes Faktenbuch zur Bedeutung der privaten Anbieter in der stationären und ambulanten Pflege, Pressemitteilung des AGVP vom 17.8.2011

Fachkräftemangel: Arbeitgeberverband will Pflegekräfte aus dem Ausland anwerben und deren Berufsabschlüsse schnell anerkennen lassen, Meldung auf www.haeusliche-pflege.vincentz.net vom 18.8.2011

Newsletter der TK-NRW vom 29.8.2011

Konkurrenz belebt das Geschäft nicht, Kritik der Hospizstiftung an den Äußerungen des AGVP

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Der Arbeitgeberverband Pflege hat eine Studie zur Bedeutung der privaten Anbieter in der Pflege vorgelegt. Eugen Brysch von der der Patientenschutzorganisation Deutsche Hospiz Stiftung hat den Bericht gelesen und erklärt dazu:    

„Mehr als 562.000 Menschen werden von privaten Anbietern gepflegt. Das sind über 40 Prozent aller professionellen ambulanten und stationären Pflegeleistungen. Ein Grund zur stolzen Leistungsschau? Aus Sicht der Pflegebedürftigen nicht. Denn nichts ist von der Hoffnung übrig geblieben, dass mit immer mehr privaten Anbietern auch die Qualitätsstandards steigen würden. Der Traum der Politik ist geplatzt, über mehr Wettbewerb bessere Pflege zu organisieren. Statt bedürfnisorientierter Vielfalt wird dem Betroffenen immer nur eine Einheitslösung angeboten. Doch Qualität in der Pflege muss sich am Ergebnis messen lassen. Es geht um das, was bei den Betroffenen ankommt. Die Realität hinter den Hochglanzbroschüren ist ernüchternd. Der vermeintliche Bonus privater gegenüber gemeinnütziger Anbieter erweist sich in der Praxis in vielen Punkten als Luftnummer: Schmerzbekämpfung – keine Vorbildfunktion. Weniger Wundgeschwüre bei den Gepflegten – Irrtum. Minderung unnötiger Fixierungen –  Fehlanzeige. Auch bei den privaten Anbietern wird mit schlechter Pflege gutes Geld verdient. Der in anderen Bereichen funktionierende Wettbewerb existiert in der Pflege nicht. Das Pflegeheim zu wechseln bringt nichts, denn es gibt kaum Unterschiede. Dank eines intransparenten und mangelhaften Pflege-TÜVs fehlen den Betroffenen verlässliche Kriterien, um die Qualität des Pflegeheims beurteilen zu können. Da ist die Politik gefragt, Wettbewerb und Transparenz zu schaffen. Solange gute und schlechte Pflege gleich bezahlt werden, wird sich die Qualität im System nicht verbessern. So gibt es für Heime und Pflegedienste keinerlei Anreize, bessere Leistungen anzubieten. Vor der Frage der Finanzierung steht die Frage der Qualität. Gute Pflege muss sich lohnen, dann profitieren auch die Patienten.“

Pressemitteilung der „Patientenschutzorganisation Deutsche Hospiz Stiftung“ vom 17.8.2011

 

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