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Posts Tagged ‘Jürgen Gohde’

„Die Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe unterstützt die Haltung von Dr. Jürgen Gohde, der mit seinem Rücktritt ein Signal gegen den Politikstau beim Thema Pflege setzt. ‚Wir können nur hoffen, dass der Protest von Dr. Gohde bei der Bundesregierung zur Einsicht führt, dass die Pflegereform nicht länger verzögert werden darf‘ erklärte Ulrich Christofczik, Leiter des Geschäftsbereichs Pflege, Alten- und Behindertenarbeit des größten Landesverbandes der Diakonie.“
Dr. Jürgen Gohde ist „vom Vorsitz des von der Bundesregierung neu einberufenen Pflegebeirats zurückgetreten, da überfällige Entscheidungen fehlten. ‚Eine tragfähige Geschäftsgrundlage wäre die Zusage, dass der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff eingeführt wird und es jetzt um Fragen der Umsetzung geht. Das schließt auch die Finanzierung mit ein‘ erläuterte Gohde auf Anfrage der Diakonie RWL. Dies sei bereits 2009 bei allen Fraktionen des Bundestages und den Ländern Konsens gewesen, hinter den man nicht zurückfallen dürfe.“

Richtiges Signal gegen den Politikstau bei der Pflegereform, Pressemitteilung der Diakonie vom 16.12.2011

Gohde drängelt, unsere Meldung vom 5.9.2011

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In einem Interview mit der Frankfurter Rundschau (FR) hat Jürgen Gohde sich zur Pflegereform geäußert. Seine Stimme hat Gewicht: er ist nicht nur Vorstand im Kuratorium Deutsche Altershilfe (kda), sondern hatte auch den Pflegebeirat geleitet, der Anfang 2009 die letzten pflegewissenschaftlichen Studien zur Einführung eines neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs vorgelegt hatte [mehr …].

Gohde kritisiert, es seien zwei Jahre wertvolle Jahre verloren gegangen. Weder Demenzkranke noch Behinderte erhielten im bisherigen System der Pflegestufe angemessene Pflegeleistungen. Das sei allen Beteiligten seit Jahren klar. Der Pflegebeirat habe im Bericht 2009 vorgeschlagen, „den Menschen als Ganzen in den Mittelpunkt zu stellen“. Das solle in fünf Bedarfsgraden besser abgebildet werden als in drei Pflegestufen.
Offen sei, trotz hunderter Seiten pflegewissenschaftlicher Studien, wie die Umstellung auf ein neues System „zeitlich und praktisch organisiert werden“ solle und wie sicher gestellt werden könne, „dass niemand schlechter gestellt wird.“ Auf die Frage nach den Kosten für das neue System erklärt sich Gohde für nicht zuständig. Auch sei es „gesellschaftlich nicht ausdiskutiert, was den Menschen eine gute Pflege wert ist.“
Gohde schätzt, der Pflegebeirat 2.0 werde sicher zehn Monate für seine Arbeit benötigen. „Es geht ja darum, einen breiten gesellschaftlichen Konsens herzustellen. Alle wichtigen Akteure sind im Beirat vertreten.“ Es sollten auch Konflikte vermieden werden, die bei der Einführung der Pflegenoten bis heute zu etlichen Verzögerungen und zahlreichen Gerichtsverfahren geführt haben. Gohde fordert „jetzt eine verbindliche Festlegung der Koalition, dass der Pflegebegriff geändert wird. Auch der Kostenrahmen muss gesetzt werden … Klar muss aber sein, dass der Prozess in dieser Wahlperiode unumkehrbar eingeleitet und auch entsprechend gesetzlich verankert wird … Der neue Pflegebegriff und die Besserstellung von Menschen mit Demenz sind die Schlüsselfragen der Pflegereform. Man kann das nicht aussitzen. Werden diese Probleme nicht gelöst, ist die Reform sinnlos.“

„Wir dürfen die Probleme nicht aussitzen“, Interview in der FR vom 5.9.2011

Richtiges Signal gegen den Politikstau bei der Pflegereform, unser Beitrag vom 16.12.2011

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