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Posts Tagged ‘Pflegenoten’

„Bei der Auswahl einer Pflegeeinrichtung lassen sich die Menschen eher vom eigenen Eindruck vor Ort als von Transparenzberichten [Pflegenoten] leiten; und auch die Fähigkeiten des Pflegepersonals sind ihnen wichtiger als die Qualitätsindikatoren, die der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) für seine Beurteilungen (‚Pflege-TÜV‘) zu Grunde legt. Das sind wesentliche Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage von Prof. Dr. Max Geraedts … unter rund 1.800 Menschen in Deutschland“ durchgeführt hat.
„Viel wichtiger als die pflegefachlichen Kriterien“ in den Berichten des MDK, die mit den Pflegenoten veröffentlicht werden, „sind den Menschen in unserer Umfrage die Pflegekräfte. Ob es genügend sind, ob sie freundlich und zugewendet sind, welche Ausbildung sie haben, ob sie respektvoll mit den Bewohnern umgehen, wie viel Zeit sie haben – das alles spielt eine viel größere Rolle bei der Auswahl einer Pflegeeinrichtung“, ergänzt Geraedts. „Auch Kriterien wie der erste Eindruck einer Einrichtung, die ärztliche Versorgung und die Qualität von Speisen und Getränken landen unter den Top-Ten der Auswahlkriterien. Weniger wichtig war den Menschen die Lage der Einrichtung und die Ausstattung der Zimmer, aber auch spezielle pflegerelevante Ergebnisse bekommen noch nicht die Bedeutung, die Experten diesen Auswahlkriterien zuweisen.“

Menschen wählen Pflegeeinrichtung nach der Qualität des Personals und nicht nach den Kriterien des MDK, Pressemitteilung der Uni Witten/Herdecke vom

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Die Pflegenoten sind seit ihrer Einführung höchst umstritten. Alle Beteiligten wollen das System verbessern, um Pflegebedürftigen bei der Entscheidung über Pflegedienst oder Altenheim wirkliche Hilfe anzubieten. Hier aber endet die Einigkeit. Die Interessenvertretungen in den Entscheidungsgremien sind zerstritten und kaum handlungsfähig.
In Westfalen wird voran gegangen. Auf der Basis einer Initiative von Caritas und Diakonie wurde ein alternatives System der Qualitätsprüfung entwickelt. Die Tücke steckt im Detail, so dass nach vielen Monaten der Entwicklung jetzt der Startschuss gegeben werden kann, um dann im Jahr 2012 erste „Pflegenoten 2.0“ zu veröffentlichen. Das Katharinen-Haus der Cartias Münster in Winnekendonk beteiligt sich am „Ergebnisorientierten Qualitätsmodell Münster“ (EQ-MS). Für die MitarbeiterInnen bedeutet das Mehraufwand, da die Prüfungen für die normalen Pflegenoten weiter laufen.
Dem stelle man sich gern, erklärt Delk Bagusat, Vorstand des Caritasverbandes Geldern-Kevelaer. Die Ergebnisse aus dem EQ-MS werden dann nicht als Noten veröffentlicht, sondern sie werden mit anderen verglichen, so dass unter- oder überdurchschnittliche Leistungen deutlich werden. Die Prüfungen vor Ort sind für März und September 2012 geplant.
Das NRW-Gesundheitsministerium sieht diese Arbeit mit wohlwollen.

Quelle: Katharinen-Haus lässt Pflegequalität prüfen, Artikel in der Rheinischen Post vom 15.11.2011

Mehr zum Thema
Münster: Veröffentlichung von Pflegenoten einstweilig gestoppt, Artikel auf http://www.pflegestufe.info vom 21.1.2010

Neustart für Pflegenoten, Artikel auf http://www.pflegestufe.info vom 18.6.2011

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Zu den Koalitionsbeschlüssen erklärt Eugen Brysch (Patientenschutzorganisation Deutsche Hospiz Stiftung):

„Schwerstkranke sind enttäuscht: Der Koalitionsbeschluss zur Anhebung des Beitrags für die Pflegeversicherung ist eine Farce. Jetzt rächt sich, dass die Bundesregierung nicht vorher die Inhalte der Pflegereform festgelegt hat. Weder ist die Frage geklärt, wie kostspielige Drehtüreffekte zwischen Pflege- und Krankenversicherung vermieden werden, noch wie verhindert werden kann, dass für schlechte Pflege gutes Geld bezahlt wird … Die Konzeptionslosigkeit der Bundesregierung wird an einer einfachen Rechnung deutlich: Mit genau 2,55 Euro pro Tag wollen die Koalitionäre die Versorgung der 1,2 Millionen dementiell erkrankten Menschen verbessern. Jetzt dem Pflegebeirat den Auftrag für die inhaltliche Gestaltung der Reform zu überlassen, ist nichts anderes als Flucht vor der Verantwortung. Die Sicherstellung von Lebensqualität für Pflegebedürftige kann kein Beirat leisten, sondern einzig und allein die gewählten Vertreter im Bundestag, die die Prioritäten einer zukunftssicheren Pflege in Deutschland festlegen müssen.“

Presseerklärung der Deutschen Hospiz Stiftung vom 7.11.2011

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Franz J. Stoffer managt die Caritas Betreiber Gesellschaft (Köln). In einem Zeitschriftenbeitrag kritisiert er das bestehende System der Pflegenoten heftig: „Die für den Verbraucher entscheidenden Fragen: ‚Wie gut ist die Pflege im Ergebnis wirklich?‘ und ‚Wie gut ist die Lebensqualität der Pflegebedürftigen?‘ durch das Prüfsystem und die Pflegenoten nicht beantwortet werden.“
Er bezieht sich auf  die Forderungen nach einem Moratorium für die Pflegenoten (März 2011). Sein „Vorschlag zur verbraucherorientierten Transparenz mit Abbildung der Ergebnisqualität lautet daher:
– Verzicht auf Struktur- und Qualitätsprüfungen durch den MDK
– Evaluation individueller Pflegeprozesse aller Bewohner in regelmäßigen Abständen durch den MDK
– Feststellung der individuellen Zufriedenheit jedes einzelnen Bewohners
– Ermittlung des Zielerreichungsgrades der individuell vereinbarten Ziele und Maßnahmen
– Ermittlung der Ergebnisqualität bewohnerbezogen

Die Umsetzung dieses Vorschlags ist ohne zusätzlichen personellen oder strukturellen Aufwand bei den Prüfinstanzen MDK und den Dienstleistern durch Nutzung bereits vorhandener Strukturen und Systeme zu realisieren.“

Hintergrundinformationen auf  www.moratoriumpflegenoten.de

Pflegenoten: „Warum kompliziert, wenn es einfach geht?“, Artikel auf der Zeitschrift Altenheim, Ausgabe 9/2011

 

 

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Mit dem SZ-Pflegeführer möchte die Sächsische Zeitung die Möglichkeit bieten, Qualität, Angebote und Preise lokaler Pflegeheime miteinander zu vergleichen. In Zusammenarbeit mit Prof. Joachim Kugler vom Lehrstuhl Gesundheitswissenschaften der TU Dresden, wurden aus den 82 Kriterien der MDK bei der Prüfung von Altenheimen zehn ausgewählt, die bei verschiedenen Befragungen von Menschen über 50 als die wichtigsten bezeichnet wurden.

Leider sind die entsprechenden Informationen der Zeitung online nicht frei verfügbar, sondern kostenpflichtig. Wir haben auf eine Prüfung verzichtet. Die Verknüpfung von MDK Noten, lokalen Informationen, jounalistischer und verlegerischer Kompetenz könnte aber für Pflegebedürftige in Sachsen ein sehr nützliches Angebot erbringen.
Georg Paaßen

In guten Händen? Alt werden gehört zum Leben. Der erste große Pflegeführer sagt Ihnen, wie es um die Betreuung in Ihrer Nähe steht, Artikel in der Sächsischen Zeitung vom 1.10.2011

Hintergrundinformationen zu den Pflegenoten auf www.pflegenoten.info.

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Pressemitteilung:

„Nur einen Tag nach der großen Demo gegen die Unterfinanzierung der Hauskrankenpflege vor dem Berliner AOK-Gebäude in der Wilhelmstraße werden massive Vorwürfe gegen die Abrechnungspraxis von mindestens vier Neuköllner Pflegediensten öffentlich.

Ein geschickter Schachzug – Unmittelbar nachdem 1.000 Pflegende lautstark faire Leistungsentgelte als Grundlage für angemessene Gehälter und gute Arbeitsbedingungen gefordert haben!

Auch wenn für kriminelles Handeln die Null-Toleranz-Grenze gilt, bringt die vorschnelle Bezifferung eines geschätzten Millionenschadens alle Anbieter öffentlich unter Generalverdacht.

Wir rufen unsere Kolleginnen und Kollegen auf

  • Keine Beteiligung an Betrügereien in der Leistungsdokumentation!
  • Keine Beteiligung an Aktivitäten, mit denen Patienten unter Druck gesetzt werden sollen!

Gute Pflegefachkräfte werden für die ambulante Pflege dringend gesucht – niemand muss sich hier zum Mittäter machen lassen.

Dennoch bleibt Fakt

  • Die AOK nimmt in Kauf, dass sich die Rahmenbedingungen der Pflege verschlechtern – aus Minutenpflege wird Sekundenpflege.
  • Die AOK nimmt in Kauf, dass den Diensten eine Einnahmelücke entsteht. Der Tariflohn ist nicht gegenfinanziert.

Der Druck der AOK auf die Berliner Pflegedienste führt zur Verschlechterung der Versorgung!

 

Der DBfK kritisiert – Ambulante Pflegedienste werden unter Generalverdacht gestellt, Presseerklärung des DBfK Nord Ost vom 8.9.2011

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In der Abendschau des dritten Fernsehprogramms (Berlin) wird über fragwürde Abrechnungen vom ambulanten Pflegediensten in Berlin Neukölln berichtet.

Im Interview sagt Carola Röder vom zuständigen Bezirksamt, sie hätten in großem Umfang die Rechnungen geprüft, die dem Sozialamt von ambulanten Pflegediensten vorgelegt wurden. Es gäbe deutliche Hinweise darauf, dass „systematisch betrogen“ werde. Gegen eine Firma sei Strafanzeige gestellt worden. Das sei aber nur die „Spitze des Eisbergs“. 50% der Pflegedienste rechneten seriös und im Sinne der Pflegebedürftigen ab. Sie müsse aber davon ausgehen, dass 50% der Pflegedienst betrügen. Auf den Rechnungen stünden in massivem Umfang Leistungen, die nie erbracht wurden.

Die Abendschau berichtet vom einem „Klima der Angst bei MitarbeiterInnen und Pflegebedürftigen“. Es werde Druck durch die Geschäftsleitungen ausgeübt, damit Pflegekassen und Sozialbehörden in größerem Umfang Pflegebedarf feststellten, als es eigentlich notwenig sei.

Michael Büge ist Sozialstadtrat für Neukölln und zur Zeit für die CDU im Wahlkampf unterwegs. Es spricht von „mafiösen Strukturen“ in der ambulanten Pflege.

Beitrag in der Abendschau des RBB vom 7.9.2011

Fünf Tage nach der Veröffentlichung im Regionalfernsehen ist auf den Internetseiten der Firma Garde keine Erklärung zu finden.

Reaktion des DBfK auf den Bericht der Abendschau

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