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Posts Tagged ‘Pflegewissenschaft’

Mit Fördermitteln aus dem Bundesministerium für Senioren und vom Land NRW hat die Fachhochschule Bielefeld neue Strukturen für die Aus-, Fort- und Weiterbildung im Bereich der Altenpflege erprobt.
Die Ausbildung zur Pflegefachkraft wird in Module gegliedert. Das eröffnet die Möglichkeit den starren organisatorischen Rahmen der drei-jährigen Ausbildung aufzubrechen. Einzelne Module können auch berufsbegleitend von un- oder angelernten Pflegekräften belegt werden. Wer andererseits schon Fort- oder Weiterbildungsmaßnahmen bei unabhängigen Trägern absolviert hat, kann sich solche Leistungen bei der Zulassung zu einer Examensprüfung anrechnen lassen.
So „antwortet das Projekt auf die drängenden gesellschaftlichen Herausforderungen in der Versorgung älterer Bürgerinnen und Bürger angesichts der demografischen Entwicklung und des damit verbundenen sozialen Strukturwandels. Dieser betrifft in besonderer Weise die Einrichtungen der Pflege, Unterstützung und Betreuung älterer Menschen. Hier wird es ein vordringliches Ziel der kommenden Jahre sein, die Qualität der Pflege und Versorgung durch einen flexiblen, dem Bedarf entsprechenden Personaleinsatz auf einem jeweils angemessenen Niveau zu gewährleisten.“ Die Forschungsgruppen haben Module entwickelt, die nicht nur für einen Bildungsgang, sondern gleichzeitig als Zusatzmodule anderer Bildungsgänge anerkannt werden können.

In Großbritannien gibt es seit Jahren die „National Vocational Qualification“ (NVQ). Damit werden, unter großer Beteiligung der Pflege, Qualifizierungsmaßnahmen innerhalb eines Systems organisiert, das für hauswirtschaftliche Stationshilfen wie für DoktorandInnen interessant sein kann.

Projekt „Modell einer gestuften und modularisierten Altenpflegequalifizierung“, Erläuterungen zur Arbeit des Projekts auf einer Veranstaltung am 8.11.2011 mit vielen weiteren Materialien; Internetseiten der FH Bielefeld

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Die Bundesministerien für Gesundheit und Familie, Senioren, Frauen und Jugend lassen weiter an den Pflegenoten forschen. Eine Arbeitsgruppe um den bielefelder Pflegewissenschaftler Klaus Wingenfeld hat ein neues Konzept erarbeitet, um die Qualität der Ergebnisse der pflegerischen Arbeit in der stationären Altenpflege vergleichbar zu machen. Der sperrige Titel der Arbeit: „Entwicklung und Erprobung von Instrumenten zur Beurteilung der Ergebnisqualität“. Das Konzept konnte Wingefeld auf Einladung der Caritas und Diakonie vorstellen. Aus der Caritas-Pressemitteilung:

„Umfangreich getestet, praktikabel und sofort einsetzbar. Jetzt fehlt zur Einführung eines neuen Systems der Qualitätskontrolle, dass im Gegensatz zum bisherigen Pflege-TÜV tatsächlich die vom Gesetzgeber geforderte Ergebnisqualität misst, eigentlich nur noch der politische Wille. Dieses Fazit zog Dr. Klaus Wingenfeld vom Institut für Pflegewissenschaft der Uni Bielefeld … Zu erwarten sei davon ein tatsächlicher Anreiz für die Altenheime, die Qualität kontinuierlich zu verbessern, erklärte Wingenfeld am Freitag im Diözesancaritasverband Münster vor 120 Vertretern von Altenheimen und Sozialstationen … Einen völlig anderen Ansatz der Qualitätsmessung schlägt Pflegewissenschaftler Wingenfeld vor. Er verzichtet auf Noten und setzt stattdessen auf den Vergleich der Einrichtungen untereinander. Das führt zu den Kriterien über- oder unterdurchschnittlich. Einbezogen werden bei den Erhebungen, die in 46 Altenheimen bundesweit getestet worden sind, alle Bewohner und nicht nur wie bisher eine kleine Stichprobe.
Möglich sei dieses Verfahren allerdings nur, wenn die Altenheime und Pflegedienste selbst in einem ständigen internen Qualitätsmanagement die Daten erheben würden. Weil aber sicherlich niemand dieser ‚reinen Selbstevaluation über den Weg trauen würde‘, müsse diese stichprobenartig von externer Seite kontrolliert werden. Die Studie habe gezeigt, dass tatsächlich erhebliche Unterschiede zwischen den Altenheimen und deutliche Mängel zutage kämen.
In diesem Ansatz sieht Wingenfeld nicht nur den Vorteil einer Versachlichung der Qualitätsdiskussion, sondern vor allem auch eine Stärkung der Eigenverantwortung der Einrichtungen und Dienste: ‚Das würde tatsächlich zu einer Qualitätsverbesserung führen‘, ist sich Wingenfeld sicher.“
Pflegepraktiker begrüßen neues Konzept für Qualität und Transparenz in der Pflege, Pressemitteilung der Diakonie RWL vom 4.3.2011. Die Diakonie hat auch Medien ins Netz gestellt:
Die Präsentation von Prof. Wingenfeld und ein Video aus seinem Vortrag.
Pflegenoten verfehlen das Klassenziel, Pressemitteilung des Diözesan-Caritasverband Münster vom 18.03.2011

Wir konnten keine schriftliche Zusammenfassung der Studie im Netz finden. Schade.

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